Assets im Finanzkontext – Begriffserklärung

Assets im Finanzkontext - Begriffserklärung

Im Finanzkontext bezeichnet der Begriff Assets alle Vermögenswerte, die eine Person, ein Unternehmen oder eine Organisation besitzt und die einen wirtschaftlichen Wert haben. Dazu gehören beispielsweise:

  • Bargeld und Bankguthaben – direkt verfügbare Zahlungsmittel
  • Aktien und Anleihen – Wertpapiere, die an der Börse gehandelt werden
  • Immobilien – Gebäude, Grundstücke oder Wohnungen
  • Unternehmensbeteiligungen – Anteile an Firmen oder Start-ups
  • Sachwerte – Maschinen, Fahrzeuge, Kunstwerke oder Gold

Assets können weiter in liquide (schnell in Geld umwandelbar, z. B. Aktien oder Bargeld) und illiquide (schwer verkäuflich, z. B. Immobilien) unterteilt werden.

Sie sind wichtig, weil sie den finanziellen Wert eines Unternehmens oder einer Person bestimmen und als Grundlage für Investitionen, Kredite und die langfristige finanzielle Planung dienen.


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Investieren versus Spekulieren – Was ist der Unterschied?

Investieren versus Spekulieren – Was ist der Unterschied?

Viele Menschen wollen ihr Geld gewinnbringend anlegen, doch dabei stellt sich oft die Frage: Investiere ich oder spekuliere ich? Während diese Begriffe im Alltag oft synonym verwendet werden, gibt es entscheidende Unterschiede.

⚠️Haftungsausschluss

Was bedeutet Investieren?

Investieren bedeutet, Geld langfristig und mit einer Strategie anzulegen, um Vermögen aufzubauen, zu erhalten oder regelmäßige Erträge damit zu erzielen. Dabei setzt man auf solide Anlagen wie Aktien, Anleihen, Immobilien oder Fonds. Wichtige Merkmale einer Investition sind:

  • Langfristigkeit: Ein Investor plant meist mit einem Zeithorizont von mehreren Jahren bis Jahrzehnten.
  • Fundamentale Analyse: Die Auswahl der Anlagen basiert auf einer gründlichen Analyse, z. B. der Geschäftszahlen eines Unternehmens oder der allgemeinen Marktentwicklung.
  • Risiko- und Diversifikationsmanagement: Investoren streben eine breite Streuung (Diversifikation) an, um Risiken zu minimieren.

Beispiel: Wer regelmäßig in einen breit gestreuten Aktienfonds oder ETF (Exchange Traded Fund) investiert, verfolgt eine langfristige Investitionsstrategie.

Was bedeutet Spekulieren?

Spekulieren ist eine kurzfristige, oft risikoreiche Strategie, die auf hohe Gewinne in kurzer Zeit abzielt. Spekulanten setzen darauf, dass ein bestimmter Markt oder eine einzelne Aktie schnell an Wert gewinnt. Merkmale der Spekulation sind:

  • Kurzfristigkeit: Spekulanten halten Wertpapiere oft nur wenige Tage, Wochen oder Monate.
  • Hohe Volatilität: Es wird gezielt auf Werte gesetzt, die starke Kursschwankungen zeigen.
  • Oft hohe Risiken: Es kann zu hohen Gewinnen, aber auch zu hohen Verlusten kommen.
  • Technische Analyse: Statt langfristiger Fundamentaldaten stehen kurzfristige Kursbewegungen und Chartmuster im Fokus.

Beispiel: Der Kauf von Kryptowährungen oder von Aktien eines unbekannten Start-ups in der Hoffnung auf einen schnellen Gewinn ist eine spekulative Strategie.

Einzelwerte versus Fonds – was passt zu welcher Strategie?

Anmerkung: Einzelwerte & Fonds werden im zweiten Kapitel „Vermögenswerte (Assets)“ noch genauer erklärt. Beide werden hier aber, der Zuordnung zu Investition oder Spekulation wegen, kurz aufgeführt.

Einzelaktien

  • Wer Einzelaktien kauft, investiert oder spekuliert je nach Strategie.
  • Beim Kauf von soliden Unternehmen mit langfristigem Wachstumspotenzial (z. B. große Technologiekonzerne oder etablierte Industrieunternehmen) handelt es sich eher um eine Investition.
  • Beim Kauf von hochvolatilen oder unbekannten Aktien in der Hoffnung auf schnelle Gewinne handelt es sich eher um Spekulation.

Fonds & ETFs

  • Aktive Fonds werden von Fondsmanagern verwaltet, die gezielt einzelne Aktien auswählen.
  • ETFs sind breit gestreute Indexfonds, die sich oft an großen Indizes wie dem MSCI World oder dem S&P 500 orientieren.
  • Da Fonds und ETFs Risikostreuung bieten, eignen sie sich besonders für langfristige Investoren.

Fazit

  • Wer langfristig und mit Strategie Vermögen aufbauen will, sollte investieren, z. B. in breit gestreute ETFs oder solide Einzelwerte.
  • Wer bereit ist, hohe Risiken für schnelle Gewinne einzugehen, kann spekulieren – sollte sich aber bewusst sein, dass Verluste möglich und auch sehr wahrscheinlich sind.
  • Für die meisten Privatanleger ist Investieren mit langfristiger Strategie der sicherere und nachhaltigere Weg zu finanzieller Freiheit.

→ weiter mit: Der Notgroschen – Warum jeder ein finanzielles Sicherheitsnetz braucht

Aktien einfach erklärt – Was man wissen sollte

Aktien einfach erklärt – Was man wissen sollte

Aktien sind ein wichtiger Bestandteil der Finanzwelt, doch viele Menschen haben Respekt vor dem Thema. Dabei ist es gar nicht so kompliziert! In diesem Artikel erfährst du die Grundlagen: Wie Aktien funktionieren, wie ihr Preis bestimmt wird, was es mit Splits und Rückkäufen auf sich hat und einiges mehr.

 ⚠️Haftungsausschluss

Was ist eine Aktie?

Eine Aktie ist ein Anteil an einem Unternehmen. Wer eine Aktie kauft, wird also Miteigentümer der Firma. Man erhält ggf. Stimmrechte auf den Hauptversammlungen und eine Gewinnbeteiligung in Form von Dividenden Ausschüttungen.

Unternehmen geben Aktien aus, um Kapital von Investoren einzusammeln, das sie für Wachstum oder die Finanzierung neuer Projekte nutzen können. Im Gegensatz zu einem Kredit muss dieses Kapital weder verzinst noch zurückgezahlt werden aber man verkauft sich als Firma sozusagen Stück für Stück. Der initiale und einmalige Geldfluss entsteht dabei während der Erstausgabe der Aktien (Primärmarkt).

Ist ein Unternehmen an der Börse gelistet, können Aktionäre ihre Anteile an beliebige Interessenten weiterverkaufen. Ebenso können neue Investoren dort Anteile erwerben. Dieser nachträgliche Handel wird als Sekundärmarkt bezeichnet und betrifft ausschließlich die Investoren untereinander – das bereits eingesammelte Eigenkapital des Unternehmens selbst bleibt davon unberührt. Es wechseln lediglich die Anteilseigner Verhältnisse.

Wie wird der Aktienpreis an der Börse bestimmt?

Der Preis einer Aktie (Aktienkurs) wird durch das Zusammenspiel von Käufern und Verkäufern an der Börse (Handelsplatz) bestimmt. Dabei gibt es:

  • Geldkurs (Bid-Preis): Der höchste Preis, den Käufer bereit sind zu zahlen.
  • Briefkurs (Ask-Preis): Der niedrigste Preis, den Verkäufer akzeptieren.
  • Letzter Kurs: Der Preis, zu dem die letzte Transaktion stattgefunden hat.

Wenn mehr Käufer als Verkäufer da sind, steigt der Kurs. Umgekehrt sinkt er, wenn mehr Menschen verkaufen als kaufen wollen.

An Börsen wie der Frankfurter Börse oder der NYSE gibt es Orderbücher, in denen Kauf- und Verkaufsaufträge gesammelt werden.
Das Handelssystem (z. B. Xetra in Deutschland) matcht die Orders nach einem bestimmten Algorithmus. Der Aktienkurs ergibt sich aus dem Preis, zu dem die meisten Orders ausgeführt werden können.

Aber warum wollen Menschen eine Aktie kaufen oder verkaufen? Dafür gibt es viele Gründe:

  • Wenn ein Unternehmen wächst und hohe Gewinne macht, erwarten Anleger steigende Kurse und kaufen Aktien.
  • Schlechte Nachrichten (z. B. ein Skandal oder ein schlechter Quartalsbericht) können das Vertrauen der Anleger senken, sodass viele verkaufen und der Kurs fällt.
  • Wirtschaftliche Entwicklungen, Zinsen oder politische Entscheidungen beeinflussen ebenfalls die Aktienmärkte.

Wie viele Aktien gibt ein Unternehmen aus?

Jedes Unternehmen kann selbst festlegen, wie viele Aktien es initial ausgeben möchte. Ebenso kann festgelegt werden welche Anzahl davon bestimmte Mitarbeiter erhalten und somit nicht in den freien Handel gelangen wird. Hier gibt es von Land zu Land verschiedene regulatorische Vorgaben.

  • Wenn ein Unternehmen an die Börse geht (IPO – Initial Public Offering), verkauft es erstmals Aktien an Investoren.
  • Die Gesamtzahl der Aktien (Aktienanzahl) bleibt normalerweise gleich, kann sich aber durch Kapitalmaßnahmen nach entsprechendem Beschluss der Aktionäre ändern.

Die Marktkapitalisierung eines Unternehmens berechnet sich aus:

Anzahl der Aktien × Aktienkurs


Beispiel:

Wenn eine Firma 10 Millionen Aktien ausgibt und jede Aktie 50 € wert ist, beträgt die Marktkapitalisierung 500 Millionen €.


Was passiert bei einem Aktiensplit?

Ein Aktiensplit bedeutet, dass eine Aktie in mehrere kleinere Aktien aufgeteilt wird.

Beispiel:

  • Du hast 1 Aktie im Wert von 1.000 €.
  • Das Unternehmen macht einen 1:5-Split → Deine 1 Aktie wird in 5 Aktien umgewandelt.
  • Jede neue Aktie kostet nun 200 € statt 1.000 €, aber dein Gesamtwert bleibt gleich.

Warum machen Firmen das?

  • Damit ihre Aktien günstiger und für mehr Anleger attraktiv werden.
  • Psychologische Effekte: Ein niedrigerer Preis kann mehr Käufer anziehen.

Ein Aktiensplit verändert den Gesamtwert des Unternehmens nicht – nur die Stückzahl der Aktien steigt.

Warum kaufen Unternehmen eigene Aktien zurück?

Manchmal kaufen Unternehmen ihre eigenen Aktien am Markt zurück. Das nennt man Aktienrückkauf. Gründe dafür können sein:

  • Wertsteigerung der verbleibenden Aktien: Weniger Aktien im Umlauf bedeuten, dass jede verbleibende Aktie einen größeren Anteil am Unternehmen repräsentiert.
  • Vertrauenssignal: Ein Rückkauf zeigt, dass das Management das eigene Unternehmen für unterbewertet hält.
  • Dividendenersatz: Statt Dividenden an Aktionäre auszuzahlen, können Unternehmen Aktien zurückkaufen und so indirekt den Wert für Anleger steigern.

Beispiel:
Angenommen, es gibt 1 Million Aktien eines Unternehmens, und jede kostet 100 € (Marktkapitalisierung = 100 Millionen €). Die Firma kauft nun 100.000 Aktien zurück und annulliert sie. Dadurch steigt oft der Wert der restlichen 900.000 Aktien, weil der Gewinn auf weniger Aktien verteilt wird.
Rein rechnerisch für dieses Beispiel auf 111,11€ pro Aktie bei gleicher Marktkapitalisierung.


Zurückgekaufte Aktien können entweder vernichtet, behalten oder für bestimmte Zwecke (Ausgabe an Mitarbeiter, späterer Wiederverkauf etc.) genutzt werden. Die Wahl beeinflusst den Aktienkurs und das Eigenkapital des Unternehmens.

Fazit

Aktien sind eine spannende Möglichkeit, langfristig Vermögen aufzubauen. Sie bieten höhere Renditen als Sparbücher oder Festgeldkonten, sind aber auch mit Risiken verbunden. Die Kursentwicklung hängt von vielen Faktoren ab.

Wer langfristig investiert, gut informiert ist und Risiken streut (z. B. durch ETFs), kann von Aktien profitieren. Wichtig ist, nicht blind zu investieren, sondern sich mit den Unternehmen und Märkten auseinanderzusetzen.


→ weiter mit: Die verschiedenen Aktienarten – Ein Überblick für Investoren

Investmentfonds – Bündelung von Geld und Vermögenswerten

 ⚠️Haftungsausschluss

Ein Investmentfonds ist ein Finanzprodukt, das das Geld vieler Anleger bündelt und in mehrere ggf. auch verschiedene Vermögenswerte (Aktien, Anleihen, Immobilien etc.) investiert. Es gibt verschiedene Arten von Investmentfonds, darunter aktive Fonds und passive Fonds (z. B. ETFs). Investmentfonds ist ein Oberbegriff für diese Arten.

Als Einzelwert bezeichnet man Wertpapiere eines einzelnen Unternehmens (z.B. Aktien). Ein Fonds hingegen kann beispielsweise die Wertpapiere von mehreren hundert Unternehmen, in unterschiedlicher Gewichtung, gleichzeitig enthalten. Er wird, wie Aktien, in Stückzahlen gehandelt und man kann bereits durch den Erwerb von nur einem Anteil (Stück) an dieser breiten Verteilung partizipieren.

Was sind aktive Fonds?

Die Auswahl und Verwaltung der im Fond gebündelten Vermögenswerte erfolgt hier durch ein aktives Management, das versucht, durch gezielte Entscheidungen eine bessere Rendite als der Markt zu erzielen. Für diese aktive Verwaltung fallen oft hohe Gebühren an, die als Verwaltungsgebühren oder Managementgebühren bezeichnet werden.

Aktive Investmentfonds (Publikumsfonds) werden in der Regel nicht direkt an der Börse gehandelt. Stattdessen können Anleger Anteile über die Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) oder Banken kaufen und verkaufen. Der Preis (Rücknahmepreis) wird einmal täglich auf Basis des Nettoinventarwerts (NAV) berechnet.
Aber hier gibt es durchaus Ausnahmen bei denen ein Handel über die Börsen möglich ist und bei denen auch keine Rücknahmegebühren fällig werden.


Was ist ein ETF?

Ein ETF (Exchange Traded Fund, auf Deutsch: börsengehandelter Fonds) funktioniert ähnlich wie ein aktiver Fonds, indem er mehrere Vermögenswerte zusammenfasst. Allerdings wird ein ETF nicht aktiv von einem Management verwaltet. Stattdessen bildet er automatisch die Zusammensetzung eines bestimmten Index, wie beispielsweise des DAX, nach. Er wird auch als passiver Fond bezeichnet.

Beispiel: Ein am DAX orientierter ETF enthält in der Regel Aktien aller 40 Unternehmen, die im DAX gelistet sind. Sollte ein Unternehmen aus dem DAX ausscheiden, wird es automatisch auch aus dem ETF entfernt. Neu in den Index aufgenommene Unternehmen kommen automatisch dazu.

Anmerkung: Man sollte auf die Art der Verteilung (Gewichtung) einzelner Aktienanteile in einem Fond achten. Es kommt häufig vor das einzelne Positionen nach der reinen Marktkapitalisierung des Unternehmens gewichtet werden. So kann es vorkommen das man trotz offensichtlich breiter Streuung möglicherweise nur aufgrund der Größe einiger Unternehmen ein regionales Übergewicht erhält. Zum Beispiel hat der MSCI World einen sehr hohen US-Aktien Anteil und verteilt somit regional nicht gleichmäßig.

Abb.: Beispiel für die Sektoren und die prozentuale Verteilung der ersten 10 Positionen in einem am DAX orientierten ETF

Vergleich von aktiven Fond und ETF

Der größte Unterschied zwischen aktiven Fonds und ETFs liegt in der Verwaltung und den Kosten:

Aktive Fonds: Ein Fonds wird aktiv verwaltet, was hohe Gebühren verursacht. Ziel ist es, den Markt zu übertreffen.

ETFs: haben kein aktives Management, sondern folgen automatisch einem Index. Dadurch sind die Gebühren in der Regel deutlich niedriger.

Möchte man beispielsweise an der Entwicklung des kompletten DAX teilhaben, hat man folgende Möglichkeiten:

1. Die Einzelwerte aller 40 Unternehmen kaufen – was mit Gebühren für jede der 40 Transaktion und einem meist hohen Verwaltungsaufwand verbunden ist. Immer wenn Unternehmen aus dem DAX genommen werden und andere hinzukommen erfordert dies manuelle Anpassungen.

2. Anteile an einem am DAX-Index orientiertem ETF kaufen, der alle 40 DAX-Unternehmen enthält und diese automatisch aktualisiert. Hier zahlt man nur eine einzelne Transaktionsgebühr sowie eine meist sehr niedrige, ständige Verwaltungsgebühr. Man hat aber sonst keine weitere manuelle Arbeit mehr mit der Verteilung.

Vorteile von ETFs

Kosteneffizienz: ETFs erheben meist nur geringe Verwaltungsgebühren, da sie kein aktives Management benötigen.

Einfachheit: Mit einem einzigen Kauf können Anleger breit gestreut investieren.

Flexibilität: ETFs werden wie Aktien direkt an der Börse gehandelt und sind daher während der Handelszeiten jederzeit kauf- oder verkaufbar.

Transparenz: Da ETFs einem Index folgen, ist ihre Zusammensetzung für Anleger jederzeit nachvollziehbar.


→ weiter mit: Aktienindex – Definition, Bedeutung und Beispiele